Chemnitz - im Wandel der Zeiten :: v.2.0 :: 01.10.09  
 
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Verkehr

Die Chemnitzer Straßenbahn

 Anfang mit der Pferdebahn
Elektrischer Betrieb
Geschichtlicher Abriß der Chemnitzer Straßenbahn

 Anfang mit der Pferdebahn  
 

  Quelle: www.historisches-chemnitz.de mit freundlicher Genehmigung, Frank Harreck-Haase

Depot der elektrischen Straßenbahn in Kappel um 1900
Depot der elektrischen Straßenbahn in Kappel um 1900

Die Aufnahme um 1900 zeigt die Anlieferung von neuen Triebwagen per Pferdefuhrwerk im Straßenbahndepot Kappel.
Die Aufnahme um 1900 zeigt die Anlieferung von neuen Triebwagen per Pferdefuhrwerk im Straßenbahndepot Kappel.

Alles begann am 22. April 1880 mit der Pferdebahn. Anfangs wurde sie durch ein englisches Unternehmen betrieben, worauf auch die anfänglichen 3 englischen Fuß Spurweite (915 mm) zurückzuführen sind. Zuerst fuhren die Wagen ab "Centralbahnhof" über die Poststraße bis zur Nicolaibrücke, dem heutigen Falkeplatz. Später in 1880 wurde dann das Gleis in Richtung Zwickauer Straße verlängert. Bemerkenswert ist, das anfangs nur die Gleise und die dazugehörigen Randstreifen gepflastert waren. Nach und nach nahm man weitere Strecken in Betrieb.

Am 10.September 1880 erreichte man bauseitig das Ziel Straßenbahndepot Kappel. Dieser letzte Teilabschnitt wurde anfangs nur sonntags befahren, erst ab dem 15.November 1880 dann täglich.

Damals gab es noch keine festen Haltestellen. Potentielle Fahrgäste machten durch Winken auf ihren Mitfahrwunsch aufmerksam. Die Fahrt in den von einen Pferd gezogenen Wagen kostete damals zwischen 10 und 30 Pfennige. Man unterschied die Linien nach Farbtafeln auf den Wagen.
Noch heute sind im Kappeler Straßenbahndepot der ehemalige Pferdestall und die Dienstgebäude erkennbar.

Am 15.April 1882 übernahm die "Deutsche Lokal- und Straßenbahngesellschaft" aus Dortmund die Chemnitzer Pferdebahn. Der Wagenpark und die Zahl der Pferde wurde beträchtlich aufgestockt, um den wachsenden Verkehrsbedürfnis der stark wuchernden Stadt Rechnung zu tragen. 1890 kam die "Allgemeine Elektricitätsgesellschaft" (AEG) mit ins Boot, indem sie mit der "Deutschen Lokal- und Straßenbahngesellschaft" fusionierte. Damit rückte eine Elektrifizierung in die Nähe. Am 15.Mai 1892 wurde die Strecke bis zum "Wintergarten" in Schönau verlängert.


Pferdebahnlinien 1892 - Streckenlänge gesamt: 7,15 km
Linie
Fahrtroute
Streckenlänge
Rote Linie
Nicolaibrücke - Poststraße - Wilhelmplatz
2,43 km
Gelbe Linie
Schönau / Wintergarden - Poststraße - Schlachthof
5,76 km
Grüne Linie
Nicolaibrücke - Theaterstraße - Centralbahnhof
1,80 km

Fahrzeuge
Wagen-Nr.
Baujahr
Hersteller
Sitz-/Stehplätze
1 - 4
1880
Herbrand, Köln
10 längst / 8
5 - 14
1880
Herbrand, Köln / Noell, Würzburg
16 längst / 12
15 - 19
1881
Noell, Würzburg
16 längst / 12
20 - 21
1882
Herbrand, Köln
16 längst / 12
22 - 23
1891
Gelegenheitskauf
10 längst / 14
24 - 25
1892
Herbrand, Köln
16 längst / 12

Die Wagenlänge der Fahrzeuge betrug 5400 mm, der Achsabstand 1550 mm. Alle Pferdebahnwagen waren als Einspänner gefertigt. Erst wenn die Plätze auf dem vorderen Perron und im Wageninneren belegt waren, durfte der hintere Perron besetzt werden, da die Gefahr bestand, dass sich der Wagen durch zu starke Belastung der hinteren Plattform vorn anhob.
Streckenplan der Chemnitzer Pferdebahn
Rote Linie: Nicolaibahnhof - Poststraße - Wilhelmplatz
Gelbe Linie: Schönau / Wintergarten - Poststraße - Schlachthof
Grüne Linie: Nicolaibrücke - Theaterstraße - Centralbahnhof
 
 Elektrischer Betrieb  
 

  Quelle: www.historisches-chemnitz.de mit freundlicher Genehmigung, Frank Harreck-Haase

Der Straßenbahnhof Kappel um 1920. Deutlich sichtbar der alte Pferdewagen als Beiwagen
Der Straßenbahnhof Kappel um 1920. Deutlich sichtbar der alte Pferdewagen als Beiwagen

vor dem Volkshaus (Kolosseum heute "Kraftwerk") um 1925
vor dem Volkshaus (Kolosseum heute "Kraftwerk") um 1925

Straßenbahnzug der Linie R an der Kappeler Drehe um 1926
Straßenbahnzug der Linie R an der Kappeler Drehe um 1926

Am 19.Dezember 1893 war es dann soweit. Die erste elektrisch betriebene Straßenbahn ging auf der einer neuen Strecke nach Altendorf in Betrieb. Nach und nach bis 13.Februar 1894 wurden die alten Pferdestraßenbahnen durch die neue "Elektrische" ersetzt, wobei die alten Wagen praktischerweise als Beiwagen weiterbenutzt wurden. Nach und nach nahm man dann auch den zweigleisigen Ausbau in Angriff und ab 1897 wurden auch feste Haltestellen eingeführt. Zur Bezahlung der Fahrt warf man 10-Pfennig-Stücke in einen Zahlkasten, denn der Wagenbegleitende "Condukteur" verschwand bis 1905 von der Bildfläche.

Nach und nach genügte das alte Depot in Kappel nicht mehr den Bedürfnissen, so daß man um 1898/1899 den Betriebshof um- und ausbaute. In der damals fertig gestellten Form war er noch bis 1995 in Betrieb. Auch weiterhin war man ständig in Platznot, aber ein geplanter Neubau in Furth wurde durch die Weltwirtschaftskrise zunichte gemacht.

1904 ersetzte man die schlecht erkennbaren Farbtafeln zur Streckenunterscheidung durch Buchstaben. Ab 1927 benutzte man Nummern.

 

 Geschichtlicher Abriß der Chemnitzer Straßenbahn  
 

  Quelle: www.strassenbahn-chemnitz.de

15.7.1879 Der englische Ingenieur W. Roebuck erhält die Konzession zum Bau und Betrieb einer Pferdebahn
22.4.1880
Pferdebahn am Centralbahnhof
Pferdebahn am Centralbahnhof
Zwischen Centralbahnhof und Nicolaibrücke wird die erste Pferdebahnstrecke mit einer Spurweite von 3 ft (915 mm) eröffnet
Oktober 1880
Der erste Betriebshof mit Wagenschuppen, Pferdestall, Futtermagazin und Dienstgebäude wird an der Zwickauer Straße in Kappel eröffnet
15.5.1892 Die Pferdebahn erreicht mit 7,15 km Streckenlänge die größte Ausdehnung
19. / 23.12.1893
Triebwagen 5 (Baujahr 1893) am Nicolaibahnhof
Triebwagen 5 (Baujahr 1893) am Nicolaibahnhof
Beginn des elektrischen Straßenbahnbetriebes auf den Strecken:
- Flurgrenze Altendorf - Markt - Bahnhof
- Holzmarkt - Rosenplatz
6.2.1894 Abschluss der Elektrifizierung. Pferdebahn verkehrt bis 1898 nur noch in verkehrsschwachen Zeiten
1904 Linienkennzeichnung wird von Farbsymbolen auf Buchstaben umgestellt
Auf 43,24 km Streckenlänge verkehren folgende Linien:
A Altchemnitz - Furth
B Borna - Friedhof
F Friedhof - Altendorf
G Gablenz - Nikolaibrücke
H Hilbersdorf - Stadttheater
L Gasthaus Lohse - Hermannstraße
N Nikolaibahnhof - Hauptbahnhof
R Reichenbrand - Nikolaibrücke
R Schönau - Schlachthof
S Schönau - Neue Kasernen
1.1.1908 Die Straßenbahn wird Eigentum der Stadt Chemnitz.
Fahrzeugbestand: 129 Trieb- / 108 Beiwagen
Neubaustrecken werden bereits mit einer Spurweite von 925 mm errichtet (Schrittweise sollte so eine Spurweite von 1000 mm erreicht werden)
1.2.1922 Erste städtische Omnibuslinie zwischen Limbacher Straße / Werderstraße und Frauenklinik eröffnet
(Stilllegung am 5.10.1922 wegen Unwirtschaftlichkeit)
15.3.1925 Wiederaufnahme des Omnibusverkehrs zwischen Limbacher Straße und Frauenklinik
14. / 28.4.1926 Einrichtung weiterer Omnibuslinien:
Hauptbahnhof - Flemmingstraße / Landesanstalt, Kaßberg
Hauptbahnhof - Markersdorf
Streckenlänge 14,1 km
1929 Nach Abschluss des Fahrzeugbeschaffungsprogramms von 1927, befinden sich 226 Trieb- und 238 Beiwagen zur Personenbeförderung im Bestand der Straßenbahn
6.-23.3. und 16.4.-17.5. 1945 Durch die Kriegshandlungen ruht der Straßenbahnbetrieb
  Weiterführende Informationen:  www.strassenbahn-chemnitz.de
 
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 Stand: 2.0    04.02.10
 © 2003-2010 Hellwig