Stadtwappen von Chemnitz          Chemnitz - im Wandel der Zeiten :: v.1.0 :: 01.10.03  
 
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2. Straßen und Plätze

Der Theaterplatz

Der Theaterplatz, ursprünglich Königplatz, ging aus der Umgestaltung des Neustädter Marktes hervor. Er bildete den prunkvollen Abschluss der Königstraße. Er wurde in einer Zeit des sprunghaften wirtschaftlichen Aufstiegs unserer Stadt in die Gruppe der mächtigsten und reichsten deutschen Industriestädte zwischen 1906 und 1909 durch den Stadtbaurat Richard Möbius angelegt.
Sowohl die Anlage des Platzes selbst als auch die Bauweise seiner Gebäude, ergeben ein für Chemnitz einmaliges, fast schon aristokratisches Erscheinungsbild. Bedenkt man, dass am Platz des heutigen "Chemnitzer Hofes" die Schillingschen Figuren "Vier Jahreszeiten" standen und dahinter bereits der kleine Stadtpark vis-à-vis der Technischen Staatslehranstalt (die heutige Technische Universität) begann, ahnt man, wie "großzügig" die Stadt damals schon mit dem besten Bauland im Stadtzentrum umgehen konnte. Am Königsplatz zeigte Chemnitz sehr spontan und fast schon unbeherrscht etwas von seinem sonst eher versteckten Reichtum und vielleicht auch ein wenig Trotz gegenüber den anderen sächsischen Oberzentren Dresden und Leipzig.

Blick auf den Theaterplatz - Postkarte 30er Jahre
Postkarte 30er Jahre

Die Bauwerke auf dem heutigen Theaterplatz selbst wurden zu sehr unterschiedlichen Zeiten errichtet. Das älteste unter ihnen ist die Petrikirche aus dem Jahr 1888. Es folgten im Jahre 1909 das Opernhaus und das König-Albert-Museum. Die Bauarbeiten am Hotel Chemnitzer Hof begannen im Jahre 1928, und es öffnete sich 1930 den Besuchern. In jüngster Zeit wurde unter dem Theaterplatz eine kommunale Tiefgarage und an der Stelle der ehemaligen großen Freitreppe ein Theatron errichtet.
Zunächst war nur das König-Albert-Museum geplant. Es wurde nach einer Idee des Stadtrates und des Oberbürgermeisters Dr. Heinrich Beck zu Ehren des 25jährigen Regierungsjubiläums und des 70. Geburtstages von König Albert durch den Regenten selbst im April 1898 gestiftet. Schon in der Planungsphase war man sich aber uneins, ob Chemnitz nun wirklich ein Museum braucht oder man mit dem zur Verfügung stehenden Geld doch lieber ein Theater errichten sollte. Diese Frage löste sich aber angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt von selbst - man baute einfach beide Gebäude und den Platz dazu. Am 1. September 1909 wurden das neue Museum und das Opernhaus in Anwesenheit des sächsischen Königs Friedrich August feierlich eröffnet.

Interessant ist auch die Entwicklung des Platznamens. So wechselvoll wie die Geschichte unserer Stadt war auch der Name des Königsplatzes. Zunächst 1909 als Königsplatz begründet, erhielt er bereits 1922 den Namen Theaterplatz. Die nationalsozialistischen Machthaber benannten ihn 1933 in Adolf-Hitler-Platz um und im Jahr 1945 erhielt er wiederum den Namen Theaterplatz - den er auch bis heute trägt.
Das König-Albert-Museum war von Anfang an ein wirklich stadtbezogenes Museum. Viele in Chemnitz ansässige Vereine und Gesellschaften begannen Ende des 19. Jahrhunderts mit der Anlage umfangreicher Sammlungen. Unter ihnen zum Beispiel die "Naturwissenschaftliche Gesellschaft", der "Verein Kunsthütte", der "Verein für Chemnitzer Geschichte" und der Kunstgewerbeverein. Die Sammlungen wuchsen sehr schnell zu ansehnlicher Größe und brauchten dringend einen professionellen Aufbewahrungsplatz und die Möglichkeit zur Präsentation, um sie den Bürgern der Stadt bekannt zu machen. Das alles bot das neue Museum.
Von den vielen Ausstellungen bei Eröffnung des Museum sind heute noch die "Städtische Kunstsammlung" mit circa 50.000 Einzelstücken und das "Naturkundemuseum" erhalten. Neben den ständigen Exponaten "Natur und Landschaft der Region Chemnitz", dem "Insektarium" und nicht zu vergessen der "Versteinerte Wald" an der Giebelseite des Gebäudes, gibt es eine Reihe von Wanderausstellungen, die hier ihren Platz in unserer Stadt finden. Vielleicht ergibt sich in dieser Jahreszeit der kürzer werdenden Tage und des stürmisch-regnerischen Wetters eine Gelegenheit, wieder einmal ins Museum zu gehen und hier vom Alltagsstress zu entspannen.

Text: Jens J. Schuster

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